Was ist die Internet Engineering Task Force?

Die Internet Engineering Task Force (IETF) ist eine Gruppe locker organisierter Freiwilliger, die Internetstandards diskutieren, entwickeln und veröffentlichen. Die Gruppe hat einige sehr unorthodoxe Methoden und hat keine offizielle Autorität, um Standards vorzuschreiben oder zu kontrollieren, aber sie hat viele der beliebtesten und am weitesten verbreiteten Protokolle des Internets entwickelt. Spezifische Interessens- oder Problembereiche werden von spezialisierten Teams bearbeitet, die Vorschläge unterbreiten, die zu Standards werden können. Die IETF arbeitet auch eng mit anderen Gruppen zusammen, die sich auf die Entwicklung des Internets konzentrieren.

Da das Internet keine zentrale Autorität oder Aufsichtsbehörde hat, wurden viele der Technologien, die zum Standard geworden sind, in direkter Zusammenarbeit der Benutzer entwickelt. Die Notwendigkeit abgestimmter Kommunikationsregeln wurde sehr schnell klar, und eine Ad-hoc-Community wurde zu den Architekten des Internets, indem sie verschiedene Protokolle und Standards annahm, überarbeitete oder verwarf. Ähnlich funktioniert die Internet Engineering Task Force, nach dem Motto „Grober Konsens und funktionierender Code.

Die IETF ist in vielerlei Hinsicht eine unkonventionelle Einrichtung. Einige mögen argumentieren, dass es sich überhaupt nicht um eine Einheit handelt, da es sich nie selbst inkorporiert oder formell organisiert hat. Es gibt keine formelle Mitgliedschaft oder einen Vorstand, und der Großteil der eigentlichen Arbeit findet auf öffentlichen E-Mail-Listen statt, denen jeder beitreten kann. Keine Regierung oder internationale Vereinbarungen haben die IETF anerkannt, daher kann die Gruppe nicht vorschreiben, dass Benutzer ihre Standards übernehmen. Es beschreibt sich selbst als bloße „Ansammlung von Ereignissen“.

Trotz ihrer besonderen Merkmale und ihrer relativen Autorität war die Internet Engineering Task Force für die Erstellung oder Verbesserung vieler der am weitesten verbreiteten Online-Standards verantwortlich. Einige der Standards, die die Task Force populär gemacht hat, sind das Hypertext Transfer Protocol (HTTP), das das Web antreibt, das Kerberos-Netzwerkauthentifizierungsprotokoll und das Post Office Protocol (POP) für E-Mail-Dienste. Die IETF war auch stark an der Weiterentwicklung der Version 6 des Internet Protocol (IPv6) beteiligt, die komplexere Internetadressen enthält, um die Anzahl der Geräte zu erhöhen, die mit dem Netzwerk verbunden werden können.

Der Großteil der technischen Arbeit der Internet Engineering Task Force findet in spezialisierten Teams von Freiwilligen statt, die als Working Groups (WGs) bezeichnet werden. Jede Arbeitsgruppe hat ihre eigene Charta, die die Mission und den Schwerpunkt des Teams umreißt. Die Bemühungen einer Arbeitsgruppe können schließlich eine Art Dokument hervorbringen, das als Request for Comments (RFC) bekannt ist. In der Vergangenheit wurden diese Dokumente informell an Computerbegeisterte verteilt, um Feedback zu erbitten, aber in modernerer Verwendung kann ein RFC verwendet werden, um einen Standard offiziell zu veröffentlichen.

Die Internet Engineering Task Force kooperiert oft mit anderen Internet-bezogenen Gruppen. Es erhält finanzielle Unterstützung von der Internet Society, einer Gruppe, die sich der Verbreitung und Entwicklung des World Wide Web widmet. Innerhalb der IETF erstellte Standards werden letztendlich von der Internet Engineering Steering Group (IESG) genehmigt oder abgelehnt. Eine als Internet Research Task Force (IRTF) bekannte Organisation arbeitet ebenfalls mit der IETF daran, neue Technologien von einem experimentellen Stadium in einen vollständigeren Zustand zu überführen, der für durchschnittliche Benutzer geeignet ist.