Was ist virtuelle Migration?

Virtuelle Maschinen gibt es seit den 1960er Jahren, sind aber erst seit Ende der 1990er Jahre verbreitet. Eine virtuelle Maschine ist ein Replikat der ursprünglichen physischen Maschine, und auf einem einzelnen physischen Computer können mehrere virtuelle Maschinen vorhanden sein. Die Software emuliert alle Teile der Maschine, einschließlich Hardware und Eingabe-/Ausgabe-(E/A)-Treiber. Mittels virtueller Migration kann ein ganzes Computersystem auf neue Hardware migriert werden, ohne dass Softwareänderungen erforderlich sind. Dadurch werden Betriebssystem-(OS)-Upgrades und Disaster Recovery erheblich vereinfacht sowie die Technologiebetriebskosten für ein Unternehmen gesenkt.

Die Migration von Daten und Software von einem alten Betriebssystem auf ein neues kann zu einer Reihe unvorhergesehener Komplikationen führen. Treiber für E/A-Geräte sind möglicherweise nicht kompatibel, ältere Programme laufen möglicherweise nicht auf dem neuen Betriebssystem oder es können Anwendungskonflikte auftreten. Durch die virtuelle Migration des Systems können Supportmitarbeiter ein neues Betriebssystem vollständig testen und debuggen, bevor es live geht.

Das Ausführen von Finanzprogrammen, Datenbanken oder Kundendienstanwendungen auf demselben Computer kann riskant sein. Wenn ein Programm auf einem Computer abstürzt, kann jede andere laufende Anwendung beeinträchtigt werden. Wenn eine einzelne physische Maschine zum Hosten mehrerer Anwendungen verwendet wird, kann ein Programmabsturz eine Katastrophe sein. Durch die virtuelle Migration jedes kritischen Programms auf seine eigene virtuelle Maschine besteht die Wiederherstellung nach einem Systemausfall darin, ein einzelnes virtuelles System neu zu starten, während die anderen Anwendungen unberührt und ausgeführt werden.

Softwareentwickler können eine Anwendung auf mehreren Betriebssystemen auf demselben physischen Computer testen. Virtuelle Computer mit den Betriebssystemen Windows®, Linux und Macintosh® können auf einem einzigen physischen Computer eingerichtet werden. Mittels virtueller Migration kann die Software auf jeder Plattform getestet werden. Das Debuggen wird vereinfacht, da jedes virtuelle Betriebssystem neu gestartet oder optimiert werden kann, ohne die anderen Plattformen zu beeinträchtigen.

Die virtuelle Migration kann verwendet werden, um alte Legacy-Software auf neuen Systemen einzurichten. Unternehmen möchten möglicherweise ein altes, aber stabiles System beibehalten, es aber möglicherweise auf neuer Hardware ausführen. Durch die virtuelle Migration kann das gesamte Softwaresystem auf eine Partition auf der neuen Hardware verschoben werden, da virtuelle Systeme hardwareunabhängig sind. Ein neues Betriebssystem kann verwendet werden, um das Legacy-System auf einer virtuellen Maschine zu hosten.

Die Betriebskosten werden durch die virtuelle Migration reduziert. Unternehmen können weniger Hochleistungsserver kaufen und gleichzeitig mehr als eine vollständig unabhängige Anwendung auf jedem virtuell hosten. Dadurch können Datenbankwartungen oder Anwendungsaktualisierungen durchgeführt werden, ohne andere geschäftskritische Anwendungen zu stören. Bei einer geringeren Anzahl physischer Systeme sind weniger Mitarbeiter für den Hardware-Support erforderlich.
Die Notfallwiederherstellung kann durch virtuelle Migration vereinfacht werden und kann so einfach sein wie das Starten eines Softwareprogramms. Es spielt keine Rolle, ob die Hardware auf dem Wiederherstellungssystem unterschiedlich ist. Alle Hardwarekonfigurationen, Firmware, Betriebssysteme und Anwendungen sind virtualisiert, sodass ein vollständig gespiegeltes System auf jedem physischen Computer eingerichtet werden kann.